Illustration die ein Team an einem Team Mastery Workshop zeigt

Von Gladys Winkler Docourt | 3 Minuten Lesezeit

Vor kurzem hatten wir die Gelegenheit, an verschiedenen Workshops teilzunehmen, in denen Mitglieder agiler Teams aufgefordert wurden, jedem Kollegen/jeder Kollegin Feedback zu ihrer Leistung und dem Erreichen ihrer Ziele zu geben. Selbst in agilen Teams ist es nicht einfach, kritisches Feedback zu geben.

Diese Workshops, Team Mastery genannt, erstrecken sich über das ganze Jahr im PI-Rhythmus. Am Ende des Jahres erhalten alle Feedback zu ihrer Entwicklung der letzten Monate (Hard und Soft Skills) und eine Bewertung ihrer Performance und Zielerreichung.

Alle diese Teams praktizieren regelmässig Feedback, eine der Säulen der Agilität. Wir erwarteten daher konstruktives Feedback, manchmal kritischere Anmerkungen, eine aktive Beteiligung jedes Einzelnen, kurz: Energie und Enthusiasmus. Die Ergebnisse fielen jedoch differenzierter aus.

Scrum Master, eine wesentliche Rolle

Die Rolle des Scrum Masters bleibt in agilen, selbstorganisierten Teams wesentlich. Die Moderationsfähigkeiten der Scrum Master ermöglichen es jedem, sich auszudrücken, aktiv teilzunehmen und sich der Ziele des Treffens voll bewusst zu werden. Es ist daher wichtig, dass sich die Scrum Master auch in Facilitator Skills weiterbilden um mit verschiedenen Moderationstechniken die Gruppendynamik zu beeinflussen. Gerade ein Team Mastery Workshop Ende Jahr profitiert stark von einer sorgfältigen Vorbereitung. Die gegenseitige Bewertung ist neu und ungewohnt. Hier braucht es Scrum Master mit Fingerspitzengefühl und einer fördernden Einstellung.

Globale Leistung / individuelle Leistung

Die Gesamtleistung ist das Ergebnis der Leistung jedes Einzelnen. In den Workshops, die wir besucht haben, wurde jedoch meist keine Verbindung zwischen dem Einzelnen, dem Team und der Organisation hergestellt. Es ist von grundlegender Bedeutung, die Leistung immer im Kontext zu sehen, damit der/die Mitarbeiter/in einen Sinn darin sieht und erkennt, wie er/sie zum Erreichen der Gesamtambition beiträgt. Die Visualisierung der Ziele des Teams und des Unternehmens erleichtert die Verbindung zwischen dem Feedback an jede/n Einzelne/n und den individuellen Beiträgen zu den Gesamtzielen.

Umgang mit Konflikten

Selbst in agilen Teams ist es immer noch kompliziert, ein verbesserndes, also kritischeres Feedback zu geben. Die Angst, Spannungen im Team zu verursachen und ein negatives Klima zu schaffen, ist grösser als der Wunsch, die Kollegen weiterzubringen. Ein möglicher Ansatz wäre, sich auf konkrete Beispiele zu stützen, anstatt auf sehr allgemeine, aus dem Zusammenhang gerissene Aussagen; das erleichtert das Verständnis und verhindert Spannungen. Parallel dazu sollten die Scrum Master in Konfliktmanagement geschult werden, um den Teammitgliedern zu ermöglichen, kritisch zu sein und gleichzeitig eine positive Einstellung beizubehalten.

Das richtige Format finden

Andererseits erscheinen solche Zeremonien manchmal lang und ohne wirklichen Mehrwert für das Team. Teammitglieder, die nicht direkt vom Feedback betroffen sind, könnten sich die restliche Zeit langweilen. Das Format und die Moderation sollten daher sorgfältig durchdacht sein, damit jede/r einen Mehrwert in der für den Workshop aufgewendeten Zeit findet. Anstatt einer Teamsitzung könnte ein bilaterales Feedback eine interessante Alternative sein, wobei sich die Gesamtworkshops mit globaleren Themen befassen. Diese Erkenntnis teilen auch Scrum Master. Sie setzen jetzt Pulse Peer Feedback ein um die Team Mastery Workshops produktiver zu machen.

Regelmässige Praxis des bilateralen Feedbacks.

Ausserdem trägt eine regelmässige Praxis des zweiseitigen Feedbacks dazu bei, kritischere Bemerkungen zu akzeptieren, ohne eine positive Einstellung zu verlieren. Die Person, die das Feedback erhält, ist so an kritischere Bemerkungen gewöhnt und versteht deren Sinn: sie weiterzubringen. Es ist auch leichter, in einem kleineren Umfeld mit seinen Emotionen umzugehen. Die Person, die das Feedback gibt, ist sich dessen bewusst und kann daher auf verbesserungswürdige Aspekte hinweisen. Ein zweiseitiges Feedback ist jedoch einseitig.

Es gibt Instrumente wie Peer Feedback und andere 360°-Bewertungsinstrumente, mit denen man von mehreren Mitarbeitenden relevantes Feedback einholt. So verschafft sich einen breiteren Überblick über die eigene Leistung verschaffen kann. Peer Feedback ist genau die Wahl, die diese Teams getroffen haben, um in ihrer Feedbackpraxis einen Schritt weiterzugehen, um ihre individuelle und globale Leistung zu verbessern.

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